Corona-Zeit

Gebet zum Entzünden der Kerzen 

Die katholische und evangelische Kirche, die evangelisch-freikirchliche Gemeinde, die Abtei Königsmünster und das Bergkloster laden in Meschede und Bestwig herzlich ein, jeweils am Abend um 19.30 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen als Zeichen der Verbundenheit, Gemeinschaft und Hoffnung Das Liturgische Institut der Schweiz hat dafür das folgendes Gebet zur Verfügung gestellt.

 

Gott, unser Leben und Licht, viele Menschen haben heute Abend eine Kerze entzündet. Es ist ein Zeichen: dein Licht leuchtet in unsere Nacht. Seit Menschengedenken ist das so – auch in dieser Stunde. Wir danken dir/Ich danke dir. Stehe allen bei, deren Leben in Gefahr ist. Schütze alle, die im Gesundheitswesen arbeiten. Stärke alle, die in der Corona-Pandemie Verantwortung übernehmen und schwierige Entscheidungen treffen müssen.

 

Gott bei den Menschen, wir teilen/ich teile das Licht mit allen, die eine Kerze ins Fenster stellen. Es ist ein Zeichen: in dir sind wir verbunden mit Christinnen und Christen und mit vielen anderen Menschen – eine weltumspannende Gemein-schaft. Wir danken/Ich danke dir. Sei allen nahe, die isoliert und einsam sind. Schenke Gelassenheit und Geduld, wo in Beziehungen und Familien die ständige Nähe zur Belastung wird. Stärke unsere Solidarität.

 

Gott unsere Hoffnung, wir kommen/ich komme zu dir mit Gedanken, Sorgen, Gebeten. Die Kerze ist ein Zeichen: du bist da, hier, jetzt – wie auch immer es weitergeht in dieser schwierigen Lage. Wir danken dir/ich danke dir. Schütze uns. Sei den Sterbenden nah. Führe die Verstorbenen zu deinem wärmenden Licht. Sie können weitere Bitten oder die Namen von Personen ergänzen. In deinem Licht geborgen beten wir:

Vater unser…

Glockengeläut und eine Kerze im Fenster ...                      Gebetsaktion täglich um 19.30 Uhr

Kirchen in Meschede und Bestwig setzen ein Zeichen der Solidarität

Der Corona-Virus fordert die Gesellschaft und schränkt das Leben der Menschen auf existentielle Weise ein. Trotzdem gilt es zuversichtlich zu bleiben und auf Gottes gute Wegbegleitung zu vertrauen. Öffentliche Gottesdienste können derzeit leider nicht gefeiert werden. Aber durch das gleichzeitige Gedenken und Beten beim Läuten der Glocken und beim Lichterschein werden auch Einzelne an unterschiedlichen Orten zu einer lebendigen Gemeinschaft. Die katholische und evangelische Kirche, die evangelisch-freikirchliche Gemeinde, die Abtei Königsmünster und das Bergkloster laden in Meschede und Bestwig deshalb aufgrund der Corona-Pandemie herzlich zu einem Hoffnungszeichen in den kommenden Tagen ein:

 

Wir möchten mit Ihnen – wie bereits auch in anderen Gemeinden praktiziert wird – einmal am Tag ganz bewusst in Solidarität Stille halten und beten. Jeden Abend zunächst bis einschließlich Gründonnerstag werden die Glocken der Kirchen um 19.30 Uhr dazu einladen. Bitte zünden Sie in Ihrem Zuhause dann eine Kerze an und stellen Sie diese sichtbar auf die Fensterbank, so dass die Nachbarschaften miteinander verbunden werden können. Wir laden Sie ein, als einzelne und gemeinsam in den Wohnungen und Häusern zu einem Augenblick des Innehaltens, der Stille und des Gebetes.

 

Auf der Internetseite des Pastoralen Raumes Meschede Bestwig, der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Olsberg-Bestwig und der Evangelischen Kirchengemeinde Meschede finden Sie dazu Texte und Anregungen, ebenso wie in den üblichen Gesang- und Gebetsbüchern.

Das abschließende Vater-unser verbindet uns nicht nur als Christen miteinander, sondern mit allen Menschen, die in diesen Tagen in Sorge und besonders gefordert sind. So bleiben wir in dieser schwierigen Zeit Lichtzeugen und eine solidarische Gebetsgemeinschaft. Bitte machen Sie mit!

 

Falls Sie das Bedürfnis haben, mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger telefonisch oder per Mail Kontakt aufzunehmen, um zu sprechen – scheuen Sie sich nicht, sich direkt bei uns oder über die Pfarr-/Gemeindebüros zu melden. Wir hören Ihnen zu und tauschen uns gerne mit Ihnen aus!

 

Ebenso lädt der Pastorale Raum Meschede Bestwig dazu ein, Gebetsbitten und -intentionen unter fuerbitten@katholische-kirche-meschede-bestwig.de bzw. über die Mailadressen der Priester zu senden, die diese gern mit in die zur Zeit leider nur privat mögliche Form der Messfeier hinein nehmen.

 

Auf vielen Internetseiten der Bistümer und der Landeskirchen sind Anregungen zu Gebet und häuslichen Gottesdienstfeiern zu finden. Darüber hinaus bietet auch diese Internetseite Gottesdienstentwürfe für Hausgottesdienste und Gebetsvorschläge an.

Wort zum Sonntag (22.3.2020)

 

Es war schon ein ungewöhnliches Gefühl als ich am vergangenen Sonntag für mich allein, wenn auch im Geiste mit und für die Gemeinden und Menschen unseres Pastoralen Raumes, die Hl. Messe feierte: Alle öffentlichen Gottesdienste entfallen bis auf weiteres im Erzbistum Paderborn, selbst die Kar- und Ostertage. Eine von vielen Maßnahmen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie verfügt wurden. Maßnahmen, die für uns vor ein paar Wochen noch undenkbar gewesen wären, sind nötig, um der Seuche Herr zu werden, ihre Ausbreitung zu verlangsamen. Termine für Taufen, Erstkommunionen werden abgesagt. Ob und inwieweit in den nächsten Wochen Hochzeiten möglich sind, ist noch nicht absehbar. Beerdigungen müssen ohne Eucharisteifeiern und Trauerhallen direkt auf dem Friedhof im kleinen Familienkreis stattfinden...

 

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn schreibt: „Es ist eine ungewohnte Fastenzeit! Sie ist behördlich verordnet. Zum Schutz vor dem Corona-Virus sollen wir soziale Kontakte reduzieren, auf das Händeschütteln verzichten. Fußballspiele vor leeren Rängen, Theater und Museen geschlossen, Konzerte und Kongresse abgesagt. Nur die Kirchen bleiben offen: Der Stephansdom ist nicht mehr für Touristen, wohl aber für Beter zugänglich. Das Virus lässt uns spüren, dass wir verwundbar sind – als Gesellschaft und jede und jeder Einzelne. Ein Leben in Sicherheit ist nicht selbstverständlich...“ -

Eine Zeit allgemeiner Verunsicherung, mit Krankheits- und Todesfällen, mit Sorgen um die wirtschaftliche Existenz vieler, mit großer Inanspruchnahme von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern und vielen mehr, mit hoher Anspannung aller, die verantwortlich in diesen Tagen Entscheidungen fällen müssen. Eine Zeit, in der zwar der gemeinschaftliche Gottesdienst – so schmerzhaft es für viele ist – entfallen muss, aber in der das persönliche Gebet neue Bedeutung bekommen kann, auch das gemeinsame Gebet in den Familien, in den Wohnungen zuhause. Das „Gotteslob“ wie auch das „Evangelische Gesangbuch“ und andere Publikationen und das Internet bieten viele Möglichkeiten. Das Gesangbuch kann so seine zweite Seite entfalten: als Gebetbuch. 

 

Johannes Hartl, Leiter des Gebetshauses in Augsburg, verfasste in diesen Tagen das nachstehende Gebet, das ebenfalls viele unserer Gedanken vor Gott trägt:

 

Gebet in Zeiten der Corona-Pandemie

Herr, wir bringen dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.

Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.

Allen Krankenschwestern und Pflegern,

die nicht in Quarantäne gehen können, Kraft in dieser extremen Belastung.

Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind.

Alle, die von Angst überwältigt sind.

Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen,

die sich einsam fühlen und niemanden umarmen können.

Berühre du die Herzen mit deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,

dass die Zahlen zurückgehen,

dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.

Und - dass wir irgendwann sterben werden

und nicht alles kontrollieren können.

Dass du allein ewig bist.

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles,

was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen dir, ewiger Gott. Amen

 

In diesem Gottvertrauen und im Gebet verbunden,

Ihr Michael Schmitt, Pfarrer