Ausstellungen und Kultur

Franz-Stock-Ausstellung 

In einer eindrucksvollen Ausstellung stellt der Pastorale Raum Meschede Bestwig das Leben des Abbé Franz Stock und die Auswirkungen seines Wirkens auf die deutsch-französische Aussöhnung dar. Die Ausstellung ist vom 5. Juli bis 4. August in der Mescheder Pfarrkirche St. Walburga am Stiftsplatz täglich zwischen 9 und 18 Uhr zu sehen.

 

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron erinnerte erst Anfang 2018 an Franz Stock, “der so viel für die Annäherung zwischen Franzosen und Deutschen getan hat...“. 2018 jährte sich sein 70. Todestag. Franz Stock wurde 1904 in Neheim geboren und sehr durch den 1. Weltkrieg 1914/1918 und durch die Zeit danach mit ihren politischen und ökonomischen Wirren geprägt. Parallel zu seiner religiösen Berufung beschloss er, sich für die Völkerverständigung
einzusetzen, insbesondere zwischen der deutschen und französischen Jugend.
Nach Studienaufenthalten in Frankreich und Reisen in frankophone Gebiete wurde er 1934 zum Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Paris bestellt. Eine Tätigkeit, die er 1940 nach kurzer Unterbrechung wegen des Kriegsausbruches fortsetzte.
Als der Seelsorger der Gefängnisse von Paris und der Hinrichtungsstätte auf dem Mont Valérien während der nationalsozialistischen Besatzungszeit ist er in die Geschichte eingegangen. Franzosen gaben ihm die Bezeichnung “L’Archange en enfer - Der Erzengel in der Hölle”. Er hat unsägliches Elend
gelindert, über tausend von der Besatzungsmacht Verurteilte auf den Tod vorbereitet und sie bis zum Ende - bis zur Hinrichtungsstätte begleitet. Neben dieser an sich schon harten und leidvollen Tätigkeit benachrichtigte er insgeheim die Familien der Gefangenen und, wo es möglich war, warnte er die Widerstandskämpfer vor den ihnen drohenden Gefahren.

Heute ist der Platz vor dem “Mémorial de la France Combattante”, das an
den Widerstand der Franzosen gegen die deutsche Besatzungsmacht erinnert, nach Abbé Franz Stock benannt.

Als 1945 seine Gesundheit nach den Kriegsjahren schwer angegriff en war und er in die Heimat hätte zurückkehren können, nahm er eine neue Aufgabe an: die Gründung und Leitung eines Seminars besonderer Art im Kriegsge-fangenenlager in Le Coudray bei Chartres, in dem in Gefangenschaft geratene deutschsprachige Priester und Seminaristen zusammengeführt wurden. So ist das “Stacheldrahtseminar” entstanden, wo von 1945 bis 1947 ca. 1000 junge Menschen auf ihre zukünftigen Aufgaben in einem neuen Europa vorbereitet wurden. Heute befindet sich in dem historischen Gebäude die „Europäische
Begegnungsstätte Franz Stock Chartres“.
Das Seligsprechungsverfahren für Franz Stock wurde am 14. November 2009 durch den Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnet.


Die hier gezeigte Wanderausstellung besteht aus drei großen Ausstellungswänden und zwei Roll-Ups. Per Smartphone können kurze begleitende Filme oder auch französische und englische Übersetzungen abgerufen werden.

Weitere Informationen unter www.franz-stock.de

Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur

... lautet aus Anlass des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums das diesjährige Leitwort des Tages des offenen Denkmals am zweiten Septembersonntag.


Aus diesem Anlass laden wir am Sonntag, 8. September, nach der Hl. Messe, die um 11 Uhr beginnt, gegen 12 Uhr zu einer Sonderführung unter diesem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ am Beispiel von St.
Walburga ein. Treffpunkt ist der Brunnen auf dem Stiftsplatz.