Berichte aus den Caritaskonferenzen

50 Jahre Caritas-Konferenz St. Walburga

Am 17. September feierte die Caritas-Konferenz St. Walburga Meschede ihr 50-jähriges Bestehen. Im Anschluss an die Messe fand im Saal des Jugendheims der Empfang statt. Viele Gäste konnten Begrüßt werden, unter ihnen viele Helferinnen der ersten Jahre, insbesondere Frau Görg, die erste Konferenzvorsitzende. 

Grußworte überbrachten Frau Helga Gotthard, Diözesanvorsitzende der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn, Elisabeth Freifrau von Lüninck, langjährige Dekanats-, Diözesan- und Bundesvorsitzende der Caritas-Konferenzen und Herr Ferdi Lenze, langjähriger Vorstand des Caritasverbandes Meschede e.V. 

Daran schloss sich ein gemütliches Beisammensein mit vielen anregenden Gesprächen an. Besonderes Interesse fand die riesige Fotowand, die die langjährige Vorsitzende Frau Berster in mühevoller Puzzlearbeit zusammengestellt hat. Nahezu alle konnten sich dort wiederfinden und Erinnerungen austauschen. 

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es in Meschede - der Chronik nach - schon 1897 einen Elisabethverein mit 28 Mitgliedern gab. Es gibt  also schon 120 Jahre ehrenamtliche karitative Arbeit.

Pastor Robert Beule ergriff 1966 mit einer spektakulären Fragebogenaktion die Initiative zu ihrer Neustrukturierung. Der Erfolg war überwältigend und 1967 wurde ein Caritas-Arbeitskreis eingerichtet und die Wohnviertelbetreuung aufgebaut. Sie war die Grundstruktur der Caritasarbeit für viele Jahrzehnte.

Für das Engagement der vergangenen 50 Jahre geht der Dank stellvertretend an die jeweiligen Konferenzvorsitzenden, Frau Görg, Frau Kuhnhenne, Frau Schaefer und Frau Berster. Unter dem Vorsitz von Frau Berster wurde vieles neu strukturiert, aufgebaut und verwirklicht. Der Besuchsdienst im Elisabethhaus, dessen 20. Geburtstag Anfang des Jahres gefeiert wurde, der Krankenhausbesuchsdienst und auf der Ebene des alten Pastoralverbundes Meschede das Projekt des gemeinsamen Kleiderladens "Truhe".

Die Herangehensweise an die Projekte wurde geändert. Anstatt im Verborgenen still und bescheiden zu arbeiten, wurde jetzt bewusst in die Öffentlichkeit gegangen. Artikel in Zeitungen, Interviews, Plakate und Handzettel halfen, Projekte bekannt zu machen und ehrenamtliche Helfer zu werben. Und diese Mitarbeiter wurden über Gemeinde- und Konfessionsgrenzen hinaus geworben und geschult.

Eine große Veränderung  brachte der frühere Pastoralverbund Meschede. Verstärkte Zusammenarbeit war geboten. Die fünf Caritas-Konferenzen trafen sich nun regelmäßig, wie auch heute noch. Sie besprachen ihre Probleme und bündelten ihre Kräfte. Nur so konnte ein so großes Projekt wie die "Truhe" realisiert werden. 

Was bringt die Zukunft? Die verschiedenen Besuchsdienste, die Seniorenmessen und die "Truhe" laufen gut. Die Arbeit in den Wohnvierteln kann nicht mehr wie früher geleistet werden. Für die Besuche zu Hause und die Sammlungen findet sich immer weniger Nachwuchs. So geht der Kontakt zu den Gemeindemitgliedern allmählich verloren.

Ebenso schwierig ist es, Menschen zu finden, die bereit sind, in verantwortlicher Position in der Leitung zu arbeiten.

Nach 50 Jahren erfolgreicher Caritasarbeit stehen wir vor der Herausforderung, wieder neue Strukturen zu finden und neue Mitarbieter zu begeistern, um auch in Zukunft diese wichtige Aufgabe fortsetzen zu können. Deshalb die Bitte: "Helfen auch Sie mit!".  Text u. Fotos: Brockers-Stork

15 Jahre Kleiderkammer Bestwig

Die Kleiderkammer in Bestwig konnte Anfang August ihr 15-jähriges Bestehen feiern. Gründungsmitglieder sind: Agnes Schmidt, Marianne Klauke,
Irmgard Thiele, Christa Schulten und Mechthild Stehling. Seit Jahren verrichten sie einen wertvollen Dienst.
Die Gründungsmitglieder wurden jetzt bei Kaffee und Kuchen geehrt und erhielten ein kleines Präsent. Herzlichen Dank für das lange Engagement! S. Richter

Besuch auf der Fazenda

Am 26. Juli waren die HelferInnen der Caritaskonferenz St. Walburga eingeladen zu einer Fahrt nach Hellefeld. Dort besichtigten wir die Fazenda da
Esperanca St. Josef, die seit 2012 in dem ehemaligen Schwesternhaus untergebracht ist. Sie steht offen für 16 junge Frauen und Frauen, die einen
neuen Lebensweg beginnen möchten. Bei Kaffee und Kuchen lauschten wir
einem interessanten Vortrag und erhielten einen Einblick in das Leben in diesem Haus. Nach einer Führung durch das Haus konnten wir im Hofladen Produkte der Eigenproduktion wie zum Beispiel Marmelade, Säfte, Handarbeit
usw., aber auch Produkte der Fazenden weltweit kaufen. Abschließend
kamen wir in der Kapelle zusammen und stimmten in einen Kanon ein.

 

Die Fazenda da Esperança(portugiesisch für Hoffnung) ist eine Lebensge-meinschaft, die vor über 25 Jahren in Brasilien aus dem Leben einiger engagierter Mitglieder einer katholischen Kirchengemeinde und ihrem Pfarrer Frei Hans Stapel entstand. Das Konzept der Fazenda ist durch die Erfahrung innerhalb der gelebten Gemeinschaft entstanden. Im Laufe der Jahre entwickelten sich 3 Schwerpunkte, die für die Arbeit immer wichtiger wurden: die drei Säulen des Lebens auf der Fazenda: Arbeit, Gemeinschaft, Spiritualität. Mit der Zeit sind weltweit über 100 Fazenda-Gemeinschaften entstanden, wo aktuell über 2500 junge Menschen leben, die einen Neuanfang wagen, von ihren Abhängigkeiten frei werden und ein neues, selbstverantwortliches Leben lernen.

Die Fazenda da Esperança St. Josef in Hellefeld steht offen für 16 junge Frauen und Frauen, die einen neuen Lebensweg beginnen möchten. Aufgrund der Größe des Hauses besteht aber auch für Gruppen und Einzelpersonen die Möglichkeit zum Besuch, um das Leben der Gemeinschaft kennenzulernen und mitzuleben. Jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr sind Besucher herzlich zum Hofcafé eingeladen. Um 17 Uhr findet dann ein gemeinsamer Gottesdienst statt.

Die "Familie der Hoffnung" (port. "Familia da Esperança") ist eine private Vereinigung von Gläubigen, internationalen Charakters, entsprechend dem kirchlichen Gesetzbuch CIC (Kanon 298-311 und 321-326) der katholischen Kirche.

In den Jahren danach spürten einige der Ersten den Wunsch, für das Anliegen der Fazenda ihr Leben Gott zu weihen. So entwickelte sich nach und nach eine geistliche Gemeinschaft, die "Familie der Hoffnung", die 1999 auf diözesaner Ebene durch den damaligen Bischof von Aparecida Kardinal Lorscheider anerkannt wurde. Im Mai 2010 hat der päpstliche Laienrat in Rom die Gemeinschaft als ‚private internationale Gemeinschaft von Gläubigen' offiziell bestätigt. Kardinal Rylko sprach damals vom "Charisma der Hoffnung" und forderte die Anwesenden auf, die Hoffnung in die Welt zu tragen.

Heute gehören weit über 600 Frauen und Männer dieser geistlichen Familie an, die als Eheleute oder Ehelose – gottgeweiht – ihre Berufung im Dienst unter den Suchtkranken sehen. Sie sind die Seele jeder Fazenda-Gemeinschaft und sind zu einem Teil selbst ehemalige Abhängige. Durch ihr gemeinschaftliches Leben des Glaubens eröffnen sie den Raum für den Auferstandenen Herr inmitten der Seinen (vgl. Mt 18,20 "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen) und verweisen so auf die eigentliche Mitte der Fazenda.

Das Grundmotiv der Mitglieder ist ihre Heiligung durch die konkrete, gegenseitige Liebe, durch das Leben mit dem Wort Gottes, den Empfang der Eucharistie, sowie der anderen Sakramente, in der freudenvollen Treue zum verlassenen Jesus und in der Nachahmung der Jungfrau Maria, unserer Mutter der Hoffnung. Ihr Anliegen ist es, durch ihren Dienst und ihre Werke eine konkrete Antwort des Evangeliums auf die Probleme und Leiden der Menschheit zu sein und so an der Verwirklichung des Auftrags Jesu mitzuwirken: "Alle sollen eins sein, auf dass die Welt glaubt" (Jo 17, 21).

Die Mitglieder der Familie der Hoffnung verstehen sich als eine Familie aus Schwestern und Brüdern, die gemeinsam den Ruf erhielten Gott an die erste Stelle ihres Lebens zu setzen und ihr eigenes Leben für die Menchen hinzugeben. Die "Familie der Hoffnung" birgt verschiedene, sich ergänzende Lebensformen, die sich in gegenseitiger Verbundenheit dem Reich Gottes widmen: Gottgeweihte, ehelos lebende Frauen und Männer, Verheiratete, Priester und solche, die noch in der Entscheidungsfindung ihrer Berufung stehen und für welche die Familie der Hoffnung einen Weg der Unterscheidung und Begleitung anbietet.

 

Alle Mitglieder sind eins in dem Wunsch und Bestreben, die Hoffnung zu leben. Sie wissen, dass über das Unheil und das Leid der Menschheit Jesus Christus als der Auferstandene siegen wird und er allein die Hoffnung ist.

Claudia Clemens